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Segelfliegen von A wie Anfänger bis P wie Profi

Beim Luftsportverein Goch e.V. (LSV) starten die Pilotinnen und Piloten seit mittlerweile 54 Jahren. Der Schwerpunkt der Fliegerei liegt dabei auf dem Segelflug.

Kaum ist der 40. „Tag der offenen Tür“ beim LSV zu Ende, da geht es schon mit der nächsten Veranstaltung weiter: Am kommenden Fronleichnamswochenende findet auf dem Flugplatz im Gocher Ortsteil Asperden ein Streckensegelflugwettbewerb statt; der „Asperden-Cup“ wird in diesem Jahr bereits zum neunten Mal ausgerichtet. Insgesamt 22 Teams mit 1 bis 4 Piloten finden sich vom 04. bis 07. Juni in Asperden ein, um zu ermitteln, wer von ihnen die Thermik (Aufwinde) in Zusammenhang mit seinen Flugzeugleistungen am besten nutzen kann.

In diesem Jahr wird der Wettbewerb vom LSV-Mitglied Alexander Franke geleitet, der selber seit mittlerweile 14 Jahren fliegt. Franke erklärt: „Bei einem Segelflugwettbewerb gilt es, eine vorgegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit abzufliegen. Die Strecken sind meist in Dreiecksform angelegt, so dass die Piloten bei Vollendung der Tagesaufgabe abends wieder in Asperden landen können. Um die verschiedenen Flugzeuge und die erflogenen Leistungen der Piloten besser miteinander vergleichen zu können, ist das Teilnehmerfeld in drei Wettbewerbsklassen aufgeteilt, nämlich in die ‚Große Klasse‘, die ‚Club Klasse‘ und die ‚Gemischte Klasse‘ “.
Doch nicht nur die fortgeschrittenen Piloten mit einer Lizenz können in Goch-Asperden den Niederrhein von oben erleben, sondern auch Anfänger: „Die Segelflugausbildung kann mit 14 Jahren begonnen werden und frühestens mit einem Alter von 16 Jahren wird die Lizenz erteilt. Mittlerweile freuen wir uns auch über eine nicht unerhebliche Anzahl von Schülern jenseits der 30, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen“, schmunzelt Ausbildungsleiter Christoph Müller. Der Fluglehrer bildet mit seinen Kollegen ehrenamtlich an jedem Wochenende zwischen April und Oktober die Flugschüler im Segelfliegen aus.

Nach einer Einweisung in das Verhalten auf dem Flugplatz und den Aufbau eines Segelflugzeugs steuert der Fluglehrer die ersten Starts selbst. Müller erläutert: „In den Schulflugzeugen gibt es alle Instrumente und Ruder doppelt, so dass unsere Flugschüler sich zu Beginn auf die Orientierung in der Luft und den Geradeausflug konzentrieren können“. Nach und nach übernimmt der Nachwuchspilot dann das Flugzeug und steuert schließlich auch während des Starts und der Landung. Zwischen 60 und 80 Starts dauert es im Durchschnitt, bis ein Schüler seine „A-Prüfung“, nämlich die ersten drei Alleinflüge, absolvieren kann. „Von da an geht es immer mehr darum, die Thermik (Aufwinde) besser auszunutzen und somit länger in der Luft zu bleiben“, erklärt der Ausbildungsleiter.

Neben der Praxis während des Sommerhalbjahrs wird im Winter der Flugzeugpark gepflegt und Flugtheorie gepaukt. In verschiedenen Fächern wie Meteorologie (Wetterkunde), Navigation und Aerodynamik wird Unterricht angeboten, um die Inhalte besser zu vermitteln. Zusätzlich zur Theorieprüfung wird auch ein Flugfunkzeugnis erworben, damit Flugschüler lernen, wie man im Flugfunk miteinander spricht. Diese beiden Prüfungen werden gegen Ende der Ausbildung absolviert. Im Anschluss findet noch ein Überlandflug von 50 Kilometern Länge statt, den der Schüler alleine unternimmt. Die allerletzte Prüfung besteht dann aus drei Flügen mit einem Prüfer der Bezirksregierung.

Dazu ergänzt Simon van Rennings, der zweite Vorsitzende des LSV: „Die durchschnittliche Ausbildungsdauer liegt bei zwei bis drei Jahren. Man kann sagen, dass Segelfliegen eine interessante Mischung aus Team- und Individualsport ist. Am Boden arbeitet man mit anderen Piloten zusammen, um in die Luft zu kommen. Dort angekommen ist man dann alleine und mit sich und der Natur im Einklang“.

Vor einem möglichen Beginn der Ausbildung obligatorisch ist ein Schnupperkurs. Durch ihn können das Vereinsleben und die Ausbildung hautnah erlebt werden. Der Kurs beinhaltet fünf Segelflugstarts in einem Vereinsflugzeug zusammen mit einem erfahrenen Fluglehrer. Diese Starts können an einem oder an mehreren Wochenenden zwischen April und Oktober absolviert werden. So können Interessierte einige Tage am Flugplatz verbringen und in aller Ruhe entscheiden, ob Segelfliegen das richtige Hobby ist. Die Kursgebühren werden bei einem Vereinseintritt mit der Aufnahmegebühr verrechnet. Voraussetzungen sind eine durchschnittliche geistige sowie körperliche Fitness. Interessenten können sich gerne unter info@lsv-goch.de melden.


Gewinner der Verlosung beim "Tag der offenen Tür" 2015

Während des „Tags der offenen Tür“ zu Pfingsten veranstaltete der Luftsportverein Goch e.V. eine Losaktion, deren Erlös komplett der Jugendkasse zugutekommt. Als Gewinn wurde jeweils ein Rundflug im Motorflugzeug für 1 Person von 15 Minuten Länge ausgeschrieben.

Die folgenden Losnummern gewannen:

Pink: 0531 – 0542 - 0133
Orange: 0765 – 0287 – 0062 – 0826 - 0516
Gelb: 0814

Die glücklichen Gewinner werden gebeten, sich unter mitfliegen@lsv-goch.de oder unter der Telefonnummer +49(0)157 51 83 85 32 zu melden.


LSV Goch präsentiert 40. Tag der offenen Tür

Am Pfingstwochenende (24.05. bis 25.05.) lädt der Luftsportverein Goch e.V. zum alljährlichen „Tag der offenen Tür“ ein. Besondere Höhepunkte sind die Sunset-Show am Sonntagabend sowie die Fallschirmspringer aus Münster.

In diesem Jahr richten die 230 Mitglieder des Luftsportvereins (LSV) Goch bereits zum 40. Mal den „Tag der offenen Tür“ aus. Am Pfingstsonntag und –montag wird jeweils ab 10 Uhr die gesamte Vielfalt des Luftsports auf dem Gelände in Goch-Asperden präsentiert.

Schon seit Wochen laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für das Flugplatzfest, denn alle LSVler möchten natürlich, dass sich ihre Gäste bei ihnen rundum wohl fühlen: „Wir kümmern uns beispielsweise um die Zusammenstellung des Programms und überlegen dabei, welche Flugzeuge eine interessante Bereicherung für die Vorführungen wären“, erläutert Simon van Rennings, der zweite Vorsitzende des Vereins. Diesmal ist die Wahl auf ein besonderes Segelflugzeug gefallen, einen „DFS Habicht“. Von diesem Flugzeugtypen, der im Jahr 1936 entwickelt wurde, gibt es weltweit nur noch drei fliegende Exemplare. Der „Habicht“ ist für den Segelkunstflug ausgelegt und wird seine Künste dem Publikum in Asperden vorführen. Für die Fans des Modellflugs wird als zusätzliche Neuheit der Modellflieger Nico Kapraun zum ersten Mal mit von der Partie sein und zeigen, welche Manöver denn mit dem Kleinformat möglich sind.

Wenn eine Veranstaltung wie der „Tag der offenen Tür“ zum 40. Mal ausgerichtet wird, entstehen auch in Fliegerkreisen Bande, die über Jahre hinweg bestehen. So wird der erfahrene Kunstflugpilot Henry Bohlig erneut freudig in Asperden erwartet, um mit seiner „Extra 300“ und dem Segelflugzeug „Fox“ alle Aufmerksamkeit in seinen Bann zu ziehen. Ebenfalls zum Stammgast avanciert ist der Pilot Ralf Niebergall, der mit seiner „Siai Marchetti SF 260“ anreisen wird. Niebergall wird auch in diesem Jahr einen Synchronflug der etwas anderen Art zeigen: Während seiner Vorführung wird das Originalflugzeug von einem Modellflugzeug mit einer Spannweite von drei Metern begleitet. Dieses Modell wird von Niebergalls Sohn Nico persönlich gesteuert. Auch im Alleinflug weiß Nico das Publikum mit seinen Modellflugkünsten zu verzaubern. Zusätzlich werden bereits am Samstag und auch am Sonntag die Freunde des Fallschirmsportclubs Münster in Goch zu Gast sein und Tandemsprünge absolvieren, um den Besuchern des Flugplatzfestes ihre besondere Art des Luftsports näher zu bringen. Wer selber einmal den freien Fall über Asperden erleben möchte, kann sich noch unter fallschirm@lsv-goch.de bei Stephanie Blenckers melden.

Des Weiteren berücksichtigen die Mitglieder des LSV bei der 40. Ausgabe der Veranstaltung ebenfalls Programmpunkte, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben. So erläutert van Rennings: „Bis vor einigen Jahren kam regelmäßig eine „Antonov AN-2“ an Pfingsten zu Besuch. Aufgrund vielfacher Nachfrage freuen wir uns, rechtzeitig zum Jubiläum wieder ein Exemplar des größten Doppeldeckers der Welt nach Asperden holen zu können.“ Interessierte Gäste können sich in der Antonov auch einmal den Niederrhein von oben zeigen lassen.

Am Sonntagabend findet der Höhepunkt des „Tags der offenen Tür“ statt. Bis zum Sonnenuntergang werden in einem tollen Ambiente und bei entspannter DJ-Musik viele Attraktionen gezeigt, die den Gästen das Warten versüßen werden, denn Henry Bohlig wird dann mit seinem Flugzeug des Typs „Fox“ noch einmal in die Lüfte gezogen. Oben angekommen, wird Bohlig vor der untergehenden Sonne einen Segelkunstflug der besonderen Art zeigen: Während des Soloprogramms wird er den ganzen Flug über ein Feuerwerk von seinem Segelflugzeug aus abfeuern.

Natürlich zeigen die Mitglieder des LSV auch die bunte Mischung ihrer in Goch beheimateten Flugzeuge am Boden und in der Luft, denn sowohl mit und ohne Motor sind von Standard bis Exot ganz unterschiedliche Modelle vertreten, wie beispielsweise ein „Nurflügler AV 36“.
Selbstverständlich wird auch bestens für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt sein. Von herzhaft bis süß wird für jeden Besucher die passende Gaumenfreude angeboten. In diesem Jahr stehen den Gästen Parkplätze direkt neben dem Veranstaltungsgelände zur Verfügung. Besucher werden gebeten, der Parkplatzbeschilderung zu folgen.

Wenn dann am Montagabend die letzte Flugvorführung beendet ist, die Gastpiloten verabschiedet wurden und freudestrahlende Besucher sich auf den Weg nach Hause machen, haben auch die Mitglieder des Luftsportvereins eine kurze Verschnaufpause, bis im Spätsommer die Organisation des 41. Flugplatzfestes beginnt. Auch wenn der „Tag der offenen Tür“ mittlerweile eine Traditionsveranstaltung ist, gibt es immer genug zu tun, wie der 2. Vorsitzende Simon van Rennings mit einem Augenzwinkern bestätigen kann, denn: „Nach dem Flugplatzfest ist vor dem Flugplatzfest!“.


Junge Piloten erfüllen in Goch ihren Traum vom Fliegen

Das herabfallende Laub und die sinkenden Temperaturen signalisieren den Segelflugpilotinnen und -piloten im Luftsportverein Goch e.V. vor allem eines: Das Ende der Flugsaison naht! Traditionell bewegen die Segelflieger ihre Maschinen von Anfang April bis Ende Oktober, solange das Wetter noch mitspielt. In diesem Sommerhalbjahr gab es vor allem Zuwachs in der Jugendgruppe.

Trotz aller Debatten um die Auswirkungen von Ganztagsschulen, G8 und der fortschreitenden Digitalisierung auf den Alltag heutiger Jugendlicher konnten sich die Mitglieder des Luftsportvereins (LSV) Goch e.V. im Jahr 2014 über besonders viel Fliegernachwuchs freuen. Mittlerweile sind 30 aktive Jugendliche im insgesamt knapp 230 Mitglieder zählenden Verein organisiert. Die jugendlichen Segelflieger sind zwischen 14 und 26 Jahren alt und kommen nicht nur aus dem Kreis Kleve, sondern auch aus den angrenzenden Landkreisen und den Niederlanden nach Goch-Asperden. In diesem Jahr konnten 15 Flugschüler zum ersten Mal alleine ein Schulflugzeug durch die Luft steuern, sie haben somit ihre „A-Prüfung“ absolviert. In den Vorjahren lag der Durchschnitt bei 5 Alleinfliegern pro Saison. Die Mitglieder des LSV freuen sich sehr, dass ihr lautloses Hobby bei der Jugend solchen Anklang findet.
Seit anderthalb Jahren verwirklicht der 17jährige Leon Bischkopf seinen Traum vom Fliegen.
Dass für einen reibungslosen Tagesablauf alle kräftig mit anpacken müssen, war für ihn unerwartet: „Mich hat positiv überrascht, dass Segelfliegen ein echter Teamsport ist. Bevor ich mit dem Fliegen angefangen habe, wusste ich nicht, dass für einen ordnungsgemäßen Flugbetrieb so viel Aufwand entsteht. Es gibt überall etwas zu tun.“ Alle Flugschüler treffen sich regelmäßig an den Wochenenden auf dem Asperdener Flugplatz, um ihrem zeitintensiven Hobby nachzugehen. Geflogen wird samstags ab 12 Uhr und sonntags ab 09.30 Uhr, meistens dauert der Flugbetrieb bis zum Sonnenuntergang.
„Zusätzlich zum Flugbetrieb an den Wochenenden organisiert die Jugendgruppe außerdem Ferienlager in den Oster- und Sommerferien. Alle zwei Jahre fahren wir in den Sommerferien sogar für zwei Wochen in ein anderes Bundesland, um auch einmal eine andere Landschaft von oben zu entdecken“, erläutert Peter Remy, der amtierende Jugendleiter. Der 24jährige Maurermeister ist seit 10 Jahren engagierter Segelflieger, nahm bereits zweimal an den Deutschen Segelflugmeisterschaften der Junioren teil und war Mitglied der Nationalmannschaft. Mittlerweile hat er sich zum Fluglehrer fortbilden lassen, um jungen Piloten die Begeisterung für sein Hobby näher zu bringen. Er ergänzt: „Es dreht sich bei uns nicht nur ums Fliegen, wir veranstalten beispielsweise Jugendausflüge in Freizeitparks oder interessante Großstädte und organisieren in jedem Herbst die Saisonabschlussfeier für den gesamten Verein.“
Um die jugendlichen Piloten nicht nur in der Teamarbeit, sondern auch in ihrem Verantwortungs- und Demokratiebewusstsein zu stärken, ist die Jugendgruppe des LSV selbständig: Sie trifft sich pro Jahr zu mindestens zwei Versammlungen, hat einen Jugendleiter, einen Stellvertreter sowie einen Kassierer, führt Wahlen für diese Ämter durch und stemmt beim alljährlichen „Tag der offenen Tür“ zu Pfingsten einen nicht unerheblichen Teil der Veranstaltung. Dadurch verdient sie Geld für die Jugendkasse, welches wiederum für Ausflüge und andere Anschaffungen verwendet wird. „Durch die ganze Arbeit und das Fliegen an sich verbringen wir viel Zeit miteinander. Es gibt einen guten Zusammenhalt innerhalb der Jugendgruppe, fast wie in einer großen Familie“, findet die 15jährige Nathalie Lippke. Auch im Winterhalbjahr wird keine Langeweile aufkommen, denn neben den Werkstattstunden zur Wartung und Pflege der Flugzeuge findet noch der Theorieunterricht in Fächern wie Navigation, Meteorologie oder Technik statt.
Nach dem Ende der Ausbildung ist für viele junge Piloten der Streckensegelflug das langfristige Ziel. Dabei gilt es, das Wetter in Verbindung mit den persönlichen Leistungen und derer des Flugzeuges zu nutzen und eine möglichst weite Strecke zu fliegen. „Am Anfang hilft einem der Fluglehrer bei der Suche nach Aufwinden, der ‚Thermik‘. Im Laufe der Zeit muss man es selber üben. Wenn man dann fündig wird, ist die Freude groß“, beschreibt Nathalie den Prozess. Fluglehrer Christoph Müller fügt hinzu: „Mich reizt am Segelfliegen besonders, dass kein Tag dem anderen gleicht. Man muss sich immer wieder auf neue Herausforderungen einstellen“. Klappe es dann einmal doch nicht mit der Thermik, sei es auch nicht tragisch, am Boden zu bleiben: „Unsere Jugendgruppe hält zusammen und gemeinsam wird viel gelacht“, resümiert Müller.
In der Saison 2014 haben 19 Piloten des LSV, darunter auch Mitglieder der Jugendgruppe, insgesamt 22.760 Kilometer mit ihren Segelflugzeugen erflogen. Dies entspricht etwas mehr als der halben Länge des Äquators. Für die neue Saison hoffen alle Mitglieder natürlich auf noch besseres Segelflugwetter. Ab Anfang April werden dann auch wieder Schnupperkurse für Interessenten ab 14 Jahren angeboten. Weitere Informationen gibt es ganzjährig unter www.lsv-goch.de.